Geschichte Tibet

Tibet wurde 1950 von der Volksrepublik China besetzt. Seither herrschen Willkür, Folter sowie politische, religiöse und kulturelle Unterdrückung. Die chinesischen Machthaber vernichteten durch rücksichtslose Zwangskollektivierung die traditionelle Lebensgrundlage der tibetischen Bauern und Nomaden. Sie zerstörten über 6000 Klöster, Tempel und historische Bauten, die Zentren der tibetischen Kultur und Religion. Mehr als eine Million Tibeter verloren bis heute infolge der chinesischen Militärherrschaft durch Aushungern, Hinrichtung, Folter, Terror und Selbstmord ihr Leben.

Die Massenansiedlung von Chinesen in Tibet sowie Zwangssterilisationen und Abtreibungen an Tibeterinnen stellen eine weitere Bedrohung für das Überleben des tibetischen Volkes dar. Diese unmenschliche Politik macht die Tibeter zu einer Minderheit im eigenen Land und führt zum Verlust ihrer nationalen Identität und Kultur. Die Tibeter sind ein eigenständiges Volk. Durch seine Kultur, Religion, Schrift, Sprache und das ursprünglich andere politische und wirtschaftliche System unterscheidet sich Tibet unverwechselbar von China. Tibet ist ein Land mit einer langen geschichtlichen Vergangenheit und reichem kulturellen Erbe.

Tibet als eigenständiger Staat

Seit der Bekräftigung der Unabhängigkeit durch den 13. Dalai Lama im Jahre 1913 bis zur völkerrechtswidrigen Besetzung durch die Volksrepublik China im Jahre 1951 ist Tibet ein vollständig unabhängiger Staat gewesen. Dies ist durch die internationale Juristenkommission in ihrem Gutachten zur Tibet-Frage von 1960 auch bestätigt worden. Darin stellt sie fest, dass Tibet im Jahre 1949, als es von China gewaltsam besetzt wurde, die Kriterien für einen selbständigen Staat erfüllt habe: ein Volk mit einem eigenen Territorium und einer eigenen funktionierenden Regierung.

Jüngere Geschichte bis heute

Zum ersten Mal in der tibetischen Geschichte haben sich 2008, im Vorfeld der olympischen Spielen, Tibeter aus allen drei Regionen Tibets fast zeitgleich erhoben und standen über Wochen und Monate in den internationalen Schlagzeilen. Weltweit entstand ein riesiger Druck auf die chinesische Führung, in der Tibet-Frage einen Schritt auf den Dalai Lama zu machen.

Neben den täglichen Berichten von Verhaftungen und Folter schockiert seit März 2011 vor allem die steigende Zahl der Selbstverbrennungen in Tibet. Besonders junge Tibeterinnen und Tibeter protestieren auf diese Weise gegen die chinesischen Repressionen. Offiziell haben sich bis heute 126 meist junge Tibeterinnen und Tibeter aus Protest selbst angezündet (14.02.2014).