Chinesische Sicherheitskräfte unterbinden VTJE- Protest in Basel

8. September 2014, 09:27

Basel, 7. September 2014: Am Sonntag um 17.00 Uhr haben ein Dutzend junge Tibeter vom Verein Tibeter Jugend in Europa gegen den kulturellen Genozid des tibetischen Volkes am chinesischen Mondfest auf dem Münsterplatz demonstriert. Während der Begrüssungsrede der chinesischen Botschafterin wurden Plakate hochgehalten und friedlich protestiert. Nach wenigen Sekunden wurden die ersten Demonstranten vom chinesischen Sicherheitspersonal brutal auf den Boden gedrückt und die Plakate aus der Hand gerissen. Die Aktivisten forderten China dazu auf die jahrzehntelange Unterdrückung des tibetischen Volkes und ihrer Kultur unmittelbar zu beenden.

 

Alles schien nach Plan zu verlaufen, als die chinesische Botschafterin ihre offizielle Ansprache begann. Doch schon nach einigen Minuten zückten die jungen Tibeter ihre Plakate. Slogans wie  “China: Stop Destroying Tibetan Culture” und “China: Stop Propaganda” sowie die tibetische Nationalflagge sollten auf die prekäre Lage in Tibet aufmerksam machen. Ebenfalls wurde das Mondfest als chinesische Propaganda-Plattform kritisiert.

 

Der Protest hat den Basler Regierungspräsidenten Guy Morin und die chinesische Botschafterin Xu Jinghu sichtlich aus der Fassung gebracht. Während zunächst von wirtschaftlichen Beziehungen und dem Basler Konfuzius-Institut die Rede war, forderten sie daraufhin die Demonstrierenden auf den Frieden zu wahren und stellten den kulturellen Aspekt in den Vordergrund. Das Schweizer Publikum zeigte Solidarität mit den Tibet-Aktivisten. Eine Zuschauerin konfrontierte das chinesische Sicherheitspersonal:  “Wir sind hier in der Schweiz. Es gibt hier das Recht auf freie Meinungsäusserung. Das ist nicht China!” Zudem gab es spontane Rufe wie “Menschenrechte in Tibet” und “Freiheit”. Viele der Anwesenden waren sehr schockiert darüber, wie das Recht auf die Meinungsfreiheit an diesem Anlass durch die chinesischen Sicherheitsleute aggressiv unterbunden wurde.

 

“Wir sind erschüttert darüber, dass der Basler Regierungspräsident Guy Morin heute schweizerische Werte wie Meinungsfreiheit und Demokratie für die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen mit China verkauft hat”, sagte die Präsidentin des Vereins Tibeter Jugend in Europa Tenzin Yundung.

 

Das Basler Mondfest sollte den Schweizern die chinesische Kultur näher bringen, war aber offensichtlich mit einer politischen Motivation verbunden. Konkret ging es darum die Städtepartnerschaft Shanghai-Basel, das Konfuzius-Institut an der Universität Basel und das Freihandelsabkommen China-Schweiz im Rahmen dieses Anlasses zu stärken. Für die jungen Tibeter war es ein trauriges Schauspiel, das nicht nur die in China herrschende Kommunistische Partei und ihre menschenrechtsverletzende Politik verharmlost, sondern auch ein wirtschaftlich motiviertes Hinwegsehen über das Leiden der Tibeter in Tibet bedeutet.